Tortilla de Patatas

Am frühen Sonntagmorgen machten sich Lars und Mitch als erste der Reisegruppe FVR in Richtung Spanien auf. Am Montag wurde die Reisegruppe durch Jens, Madi und Hansi komplettiert. Frei nach Peter Wackel führte uns sowohl der Hin- als auch der Rückflug über Palma de Mallorca. Da San Sebastian keinen Aeroporto besitzt, musste ein kleiner Umweg über Bilbao in Kauf genommen werden. Lars und Mitch versuchten am Montagvormittag die sehr überschaubaren Sehenswürdigkeiten von Bilbao, z.B. das Guggenheim Museum, zu entdecken. Zu unserem Glück hatten alle Attraktionen montags geschlossen. Am späten Montagnachmittag trafen wir uns alle in Bilbao und verbrachten den Abend in einem Irish Pub, bei dem ein oder anderen Cerveza. Getrunken wurde Murphys und nicht Paulaner Classic, welches als „English Ale“ beworben wurde. Um schonmal in richtige CL-Stimmung zu kommen, schwelgten wir in Erinnerungen an große Europapokal-Abende mit Beteiligung von Bayer 04. Am Dienstagvormittag machten wir uns dann auf in Richtung San Sebastian.

Der Plan steht: Es geht zwar nicht mit dem Schlitten aber dafür mit dem eigens angemieteten Bus am 6.12. Richtung Genk.

Nach der ersten Bedarfsanalyse wurde schnell klar, dass wir nicht mit einem 50er Bus auskommen würden und dass wir uns um einen 70er Bus bemühen mussten.

Gesagt getan und schon war auch schon der größere Bus voll.

Wegen dem Datum hatten wir mit dem Motto nicht allzu großen Spielraum, aber warum auch nicht auf altbewehrtes setzen...

Ist zwar noch etwas hin, aber:

die Vorfreude steigt!

Hurraa - hurraaa - die Rentiere sind da...

Der FVR hat sich zum Ende des Jahres nochmal versammelt und so fuhren 13 Rentiere mit dem Sambazug von Leverkusen nach Hamburg und wurden dort noch von 3 weiteren erwartet. Da auch die Bayer Profis gut vorbereitet waren, waren sich am Ende alle einig: "Die Tour war ne runde Sache!"

Morgens früh um 8.30 Uhr ging es gut vorbereitet in Lev Mitte los. Der Sambazug erwies sich schon auf dem Hinweg als überraschend komfortabel und so wurden von den einen die ersten Fässer geleert während der andere noch ein wenig Kraft tankte. 

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Umso näher der Zug Hamburg kam, umso besser wurde die Stimmung im Partyabteil und deshalb kamen wir dann auch wie im Fluge zum Stadion. Dank des starken Renato Augusto wurde die Stimmung auch dort nicht getrübt und die 3 Punkte konnten im Handgepäck mitgenommen werden.

Die Zeit bis zur Rückfahrt wurde mehr oder weniger sinnvoll genutzt und am Ende des Tages trafen wir uns dann wieder im Partyabteil und konnten dort noch die halbe Nacht durchfeiern bevor wir dann um kurz vor 4 am Sonntag morgen K.O. in Lev wieder angekommen sind.

Die letzte europäische Reise des F.V. Rheindorf International führte nach Villareal, einer seelenlosen Kleinstadt gut 300km südwestlich von Barcelona. Schon vor dem Hinspiel, in dem sich der Bayer aufgrund eigener Dummheit in eine äußerst ungünstige Ausgangslage manövrieren konnte, hatte das wieder einmal perfekt organisierte Werben unseres Reiseleiters Mitch Wirkung gezeigt und neben sieben FVRs (Mitch, Max, Feuerball, Basti, Hybiä, Jens und Netzer) wurden auch zwei Externe (Michi von den Panthers und Stephan, ein Arbeitskollege vom Jens) für die Tour gewonnen, so dass, wie schon beim ersten Spiel in Madrid, eine durchaus beachtliche Gruppenstärke erreicht wurde. Zu früher Morgenstunde am Tag des Rückspiels sammelte man sich in zwei Autos und fuhr, begleitet von den bezirzenden Klängen einer eigens zusammengestellten CD („Hau wech den Eimer“), nach Weeze, von wo der Flieger nach Barcelona Reus gechartert war. Nach einem unspektakulären Flug überraschte uns ein zunächst positiv verstandenes, aber im Endeffekt folgenschweres Upgrade (Opel Insignia statt VW Polo) bei der Abholung unserer Mietwagen, mit denen wir bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen die letzte Strecke nach Villareal zurücklegten. Guter Stimmung und mit dem ein oder anderen Bier in der Hand zockelten wir aufgrund des Tempolimits von 110 in langsamer Fahrt Richtung Ziel der Reise, das aber fast problemlos – man verlor sich etwa 250 Meter vom Hostel entfernt und traf sich erst nach längerer Suche und mehreren Telefonaten dort wieder – erreicht wurde.

 

Nach einem fleischlastigen Essen traf man sich mit den anderen Bayerfans auf einem Platz unweit des Stadions, trank ein paar Bierchen und sang ein paar Liedchen, um dann als gesammelter Mob zum El Madrigal, der Heimat der Gelben U-Boote, zu ziehen.

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Der Gästeblock befand sich weit oben über den normalen Tribünen des Stadions und wurde von vorne durch eine große Plexiglasscheibe sowie dichten Fangnetzen begrenzt, was doch stark an Bremen erinnerte. Zum Spiel selber müssen nicht viele Worte verloren werden, und außer dem Feuerball hatte auch keiner wirklich mit einem Wunder gerechnet – trotz unserer T-Shirts.

Nach dem Spiel sammelte man sich so langsam in einer kleinen spanischen Spelunke und konsumierte noch das ein oder andere Getränk. Das Publikum war gemischt. Neben ein paar Jugendlichen gab es noch einen zahnlosen Zigeuner, einen drogendealenden Piraten, eine Nutte und verschiedene andere obskure Gestalten. Trotz des Spiels herrschte gute Stimmung und da unsere Unterkunft fußläufig erreichbar war, stand einem gepflegten Besäufnis, was wir auch sofort durstig in Angriff nahmen, nichts mehr im Wege. Die Bilanz war verheerend: Ungefähr 500 Euro Bargeld, ein Handy und eine Jacke wurden gestohlen, einer musste nach Hause getragen werden und im Hostel wurde auf unser schönes Banner uriniert, da der Weg zum Klo aufgrund einer verschlossenen Tür nicht geschafft worden war.

Am nächsten Morgen wurde die Truppe gleichwohl recht zeitig wach (auch wenn das ein oder andere Gesicht noch etwas Schlaf vertragen hätte), da wir frühzeitig nach Barcelona aufbrechen wollten, um dort einen sonnigen Tag zu verbringen. Unter der Dusche und beim Frühstück wurden die Erlebnisse des Abends rekapituliert und fand, dass man mit den Diebstählen genug Pech gehabt habe. Als wir zum Opel Insignia kamen, sollte sich dies jedoch als Trugschluss herausstellen. Auf eigentlich belebter Straße und ohne sichtbare Dinge im Auto hatte irgendein spanische Langfinger eine Scheibe des Autos eingeschlagen, und den Innenraum umgekrempelt (so hieß es nachher im Polizeibericht, auch wenn außer etwas Glas auf dem Sitz der Innenraum unbeschädigt geblieben war). Als gute Deutsche wollten wir dies natürlich der Polizei melden und riefen, unterstützt von einer jungen Dame einer Fahrschule, wovor wir geparkt hatten, die Polizei an. Diese fühlten sich zunächst nicht zuständig und gab uns eine andere Nummer. Dort war besetzt. Dann ging keiner dran. Dann war wieder besetzt. Als wir es schließlich geschafft hatten durch zu kommen, kam auch nach etwas Wartezeit ein Polizeiauto. Ein Polizist stieg aus, sah sich den Schaden an, zuckte die Achseln und wollte wieder verschwinden. Englisch konnte sowieso keiner. Glücklicherweise war seine Kollegin hilfsbereiter und rief ihren Sohn an, damit dieser den Dolmetscher via Handy spielen konnte. Das Einzige was wir wollten war ein Zettel auf dem die Polizei uns den Einbruch bescheinigt. Dies scheint für die spanische Polizei jedoch ein durchaus komplexer Wunsch zu sein. Letzten Endes landeten wir auf der dortigen Polizeistation, wo zwar viel Personal, aber wenig Arbeitskraft vorhanden war und hatten, nachdem uns dieser kleine Zwischenfall den ganzen Vormittag gekostet hatte, ein Papier der Polizei bei uns. Mit diesem machten wir uns auf den Weg nach Castellon in der Nähe von Villareal, wo wir nach mühevoller Suche eine Europcarfiliale fanden und unseren schönen Insignia gegen eine schnell erhobene Gebühr von 31 Euro in einen kleinen VW Polo tauschen konnten.

Statt eines Strandtages in Barcelona konnten wir also einen Einblick in die Effizienz spanischer Polizei genießen, so dass wir, erst gegen Abend in Barcelona angekommen, lediglich noch den ein oder anderen Touristennepp (großes Bier zum Essen gleich 1l für 14 Euro oder schlecht schmeckende kleine Cocktails in einer Bar plus einem bestellten, aber nicht gelieferten Drink auf der Rechnung) und ein paar Biere auf der Straße und in der Bar im eigenen Hostel mitnahmen. Nach einem Frühstück der Extraklasse und einer recht schmucken Holländerin, die sich währenddessen darüber beschwerte, dass wir sowohl in der Nacht als auch am nächsten Morgen zu laut in unserem 12er Zimmer geredet hätten, fuhren wir zum nah gelegenen Flughafen und brachten die letzten Meter unserer Reise hinter uns.

Die letzten Touren des FVRs gehen noch zum „Scheiß FC-Köln“ (O-Ton Michael Ballack) und zum SC Freiburg, womit eine Saison beschlossen wird, in der sich die Rheindorfer Jungs weniger mit einer Masse an Fahrten hervortaten, dafür aber – insbesondere International – mit einer Klasse, die in der kommenden Spielzeit dann wohl dort fortgesetzt wird, wo sie hingehört. In der Königsklasse. Dann auch wieder mit einer obligatorischen Kopfbedeckung.

Ich trinke mit Verstand!

Nicht ganz günstig, aber gut.

Auch zum zweiten Spiel der Gruppenphase trat wieder eine Gruppe vom FVR International die Reise ins europäische Ausland an, um den Bayer zu unterstützen und selbst ein paar Tage ausländisches Bier zu genießen. Wie schon Madrid, war auch der Trip in die griechische Stadt Thessaloniki, vielleicht abgesehen vom Spielergebnis, ein voller Erfolg. Der Reihe nach.

 

Unser persönliche Reiseleiter Michael hatte wieder keine Mühen gescheut ein bezahlbares Angebot auf die Beine zu stellen und Simon , Christian, Stefan, Martin und Lars, ein Uni-Freund von Michael, waren diesem erlegen und hatten gebucht. Die Auswahl der Kopfbedeckung viel diesmal auf einen roten Hut im Mafia-Stil, der selbstverständlich mit dem FVR Logo seine passende Abrundung erfuhr. Auch bei weiteren internationalen Spielen sollte eine jeweils wechselnde Kopfbedeckung vorbereitet werden. Ausgestattet mit Hut und guter Laune sollte es dann am Donnerstag, dem Tag des Spiels mit dem Flieger via Berlin nach Saloniki gehen. Dort angekommen erwartete uns neben dem Martin, der als Spätbucher eine etwas frühere Verbindung genommen hatte, auch ein netter Mensch der örtlichen Polizei und fing uns, kaum aus dem Flieger gestiegen, ab. Durchaus freundlich, aber eben auch ziemlich nervös, warnte er uns vor den Gefahren des heimischen Fußballs und legte uns ziemlich direkt nahe, dass an eine Busfahrt zum Hostel nicht zu denken sei – viel zu gefährlich und beinahe unmöglich zu Fuß von der Bushaltestelle zu unserer Unterkunft zu gehen. Zudem sollten wir den Tag dort verbringen und uns am Abend, ebenfalls mit einem Taxi, zu einem Treffpunkt der Bayer-Fans fahren lassen, um von dort gemeinsam und von Polizei begleitet, zum Stadion zu gondeln. Zwar hatten wir eigentlich geplant den Bus zu nehmen, aber da der Stefan eh vor hatte in dem Urlaub das Taxifahren zu etablieren und wir dem netten Menschen einen Gefallen tun wollten (er machte sogar Andeutungen mit dem Bus mit fahren zu wollen, um uns zu beschützen), enterten wir zwei Taxen und ließen uns zu unserem Hostel bringen. Auch dort kam es anders als gedacht. Die Größe der Zimmer in Madrid noch im Kopf und in südeuropäischen Ländern eh nicht viel erwartend, wurden wir sehr freundlich von einer blonden Argentinierin begrüßt, die für uns zwei Vierbettzimmer bereitgestellt hatte, die locker doppelt so groß waren wie in Madrid, dazu (verhältnismäßig) sauber und mit einer eigenen kleinen Küchenzeile mit Kühlschrank sowie eigenem Bad ausgerüstet. Lars und Micha bezogen das eine Zimmer; Simon, Stefan, Martin und Max das andere, das sogar über eine eigene kleine Terrasse verfügte.